Nachrichten vom deutschen Eiskunstlauf-Fachverband
(Quelle: DEU, Stand: 23.03.2026)
Olympia-Paare voller Vorfreude auf Eiskunstlauf-WM in Prag
(DEU, 23.03.2026) Die Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina waren das Saison-Highlight. Mit den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag
(Tschechien; 25. bis 29. März 2026) wartet diese Woche ein weiterer Höhepunkt und der letzte Wettbewerb der Saison auf das Team der Deutschen
Eislauf-Union (DEU). Die frisch gekürten Olympia-Medaillengewinner Minerva Hase / Nikita Volodin haben auch bei der WM wieder gute Chancen auf
einen Podiumsplatz.
Bei den Weltmeisterschaften in Prag gibt es ein Wiedersehen mit den weltbesten Eiskunstläufer*innen, die bei den Olympischen Winterspielen in der Eishalle und
am TV ein Millionenpublikum begeistert haben. Das deutsche WM-Team besteht aus den drei Olympia-Paaren und Vierfachspringer Genrikh Gartung, der als
jüngster Teilnehmer im Feld sein WM-Debüt geben wird. Im Paarlaufen wollen die Vize-Weltmeister aus Berlin, Minerva Hase / Nikita Volodin, nach dem bislang
größten Erfolg ihrer Karriere mit Olympia-Bronze einen guten Saisonabschluss geben. Ihrer Medaillensammlung, darunter zwei WM-Medaillen, könnten die beiden
26-Jährigen eine weitere hinzufügen.
„Wir durften von den Olympischen Spielen mit einer Medaille nach Hause fahren, sind ein perfektes Kurzprogramm gelaufen und haben in der Kür bis zur letzten
Sekunde gekämpft. Ich bin mehr als glücklich über den Ausgang“, blickt Minerva Hase zufrieden auf die Spiele zurück. „Bei der WM wollen wir die Saison gerne auf
einem guten Level beenden. Unser Ziel ist es wie immer, zwei fehlerfreie Programme zu zeigen. Es war eine sehr anstrengende und fordernde Saison, daher liegt
der Fokus darauf, konzentriert zu bleiben, aber auch die Freude auszustrahlen, nochmal beide Programme vor einem großen Publikum, Familie und Freunden
laufen zu können.“
Glitzernder Abschluss der Olympiasaison
Auch Annika Hocke / Robert Kunkel haben an ihre ersten gemeinsamen Spiele, die sie mit Platz zehn beendeten, beste Erinnerungen. „Wir hatten eine sehr tolle
Zeit in Mailand und sind sehr glücklich von den Olympischen Spielen heimgereist. Das gute Gefühl haben wir mitgenommen“, berichtet Annika Hocke. Die WM-
Vorbereitungszeit war nach Show-Auftritten, die für die Eiskunstlauf-Szene nach Olympia auf dem Programm stehen, kurz, aber intensiv. „Die WM soll für uns ein
toller Abschluss der Saison werden. Wir freuen uns, noch einmal die Programme zu zeigen und vor voller Halle laufen zu dürfen.“ Eine Top-Ten-Platzierung ist für
die Berliner auch bei der WM möglich. Einige der besten Paare verzichten auf die nacholympische WM, darunter die Olympiasieger aus Japan.
Im Eistanzen möchten Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan das verpasste Olympia-Kürtanz-Finale wieder gutmachen und diesmal ihre Kür
präsentieren. „Wir haben die Olympischen Spiele gut verarbeitet, auch wenn es für uns hart war, aber es haben viele Sportler gesagt, dass es für sie sehr emotional
war“, sagt Jennifer Janse van Rensburg. Die WM hat für die fünfmaligen Deutschen Meister aus Oberstdorf auch nach dem Highlight Olympia einen hohen
Stellenwert. „Die Vorbereitung für die WM lief richtig gut. Wir haben die Zeit genutzt, nochmal intensiv darauf hin zu trainieren“, berichtet Benjamin Steffan. „Wir sind
gut vorbereitet und freuen uns auf die Weltmeisterschaft. Es liegt uns am Herzen, einen krönenden Abschluss einer besonderen Saison hinzulegen und das Beste
von beiden Programmen zu zeigen.“
WM-Debüt für Genrikh Gartung als jüngster Teilnehmer
Neben den sechs erfahrenen Olympia-Teilnehmer*innen bereichert wie schon bei den Europameisterschaften in Sheffield (Großbritannien) der Deutsche Meister
Genrikh Gartung das DEU-Team. Der 18-Jährige hält die deutschen Farben im Einzellaufen hoch und geht in der Männer-Konkurrenz als jüngster Teilnehmer an
den Start. Das Erreichen des Finals der besten 24 Läufer ist bereits eine Herausforderung und wäre ein großer Erfolg. „Ich freue mich und bin sehr stolz, dass ich
Deutschland bei den Weltmeisterschaften vertreten darf“, sagt der EM-Finalist vom EC Oberstdorf. Und sein Trainer Niko Ulanovsky: „Es geht in erster Linie darum,
dass Genrikh mit einem positiven Gefühl von seiner ersten WM nach Hause reisen kann. Er wird hoffentlich noch viele große Meisterschaften bestreiten und aus
dieser Erfahrung viel lernen.“
Erster offizieller Trainingstag der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften ist am Dienstag (24. März). Der erste Wettbewerb mit deutscher Beteiligung ist am
Mittwochabend (25. März | 18:45 bis 22:15 Uhr) das Kurzprogramm im Paarlaufen, die Entscheidung um die Paarlauf-Medaillen fällt am Donnerstagabend (26.
März | 18:15 bis 22:00 Uhr) in der Kür. Am Donnerstagnachmittag (26. März | 11:30 bis 16:30 Uhr) geht es im Kurzprogramm der Männer um den Einzug ins Kür-
Finale und am Freitagnachmittag (27. März | 11:30 bis 16:30 Uhr) im Rhythm Dance der Eistänzer um das Ticket fürs Kürtanz-Finale. Die Kür-Finals der Männer
und Eistänzer sind am Samstag (28. März). Glamouröser Abschluss der WM ist das Schaulaufen der Sieger*innen am Sonntag (29. März) und die Verleihung der
ISU Skating Awards im Rahmen des Closing Banketts.
Die Eiskunstlauf-WM im TV & Livestream:
Die WM-Wettbewerbe werden vom ZDF v.a. in Livestreams (& ZDF-Mediathek), bei Eurosport (E1 oder Stream) und Discovery+ übertragen. Zu den Live-
Sendezeiten.
Mehr zur Eiskunstlauf-WM 2026 Prag:
Weitere Informationen zu den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften (Zeitplan, Teilnehmerlisten, TV & Livestream-Übertragung, Ergebnisse etc.) gibt's auf der DEU-
Event-Seite und in unsere Presse-Whats-App-Gruppe "DEU-Medienservice"
DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!"
(DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende. Größter Erfolg für die
Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine Top Ten-Platzierung erreichte das zweite
Paar Annika Hocke/Robert Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im
Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus.
Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in Mailand aus?
Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten Disziplinen
von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge Team „Miniki“ (Minerva und
Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut
präsentiert. Wir sind sehr stolz auf diese Leistungen.
Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das?
Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins Kürfinale fest
gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht. Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler reicht oftmals schon, um in
diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden.
Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der deutschen Olympiamannschaft präsentiert?
Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie man sich richtig verkauft.
Das lernen sie von klein auf. Wir haben die Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im Kontakt mit Politikern oder Journalisten ist unser
Team präsent.
Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita Volodin für den deutschen Eiskunstlauf?
Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld vorne
behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo muss harmonieren,
d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen
aktuell nicht vertreten sind, fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies
Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer.
Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold-Enttäuschung
gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als Sportdirektor mit der Leistung?
Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“, das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen oder hören,
offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit dem dreifachen Salchow
von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere schaffen es ein ganzes Sportlerleben nicht.
Der Respekt vor der sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu
anderen Nationen.
Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den sozialen Medien
omnipräsent. Welchen Platz in den Medien, insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient?
Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den Winterspielen das
Premiumevent, was man an den märchenhaften Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen ebenfalls dafür. Es wäre angemessen,
wenn sich die Sender im Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der Zusammenarbeit
mit den Medien gerne ihre Expertise an.
Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am Horizont
beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb vertreten zu sein?
Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben. Einige hoffnungsvolle Talente
warten im Nachwuchs- und Juniorenalter, die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir Projekte zur Entwicklung der
Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit.
Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das Trainerpersonal ist im oder vor
dem Ruhestandsalter und frischer Wind fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir werden versuchen, die Talente in starke
Trainingsgruppen zu entsenden, auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn auch
die Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen Disziplinen
wieder dabei zu sein.
Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen?
Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und Distanzbeschulung
anbieten. Auch die europäischen Länder um uns herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns
auf veränderte Bedingungen einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen
sind die Kinder deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert man
früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die können wir
schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen werden wir nur im Rahmen
unserer Möglichkeiten tätig werden können. Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität.
Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von Minerva Hase/Nikita Volodin?
Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als Verband
positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt.
Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei den
Weltmeisterschaften Ende März in Prag an?
Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch an den Start,
aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika und Robert können ihre gute
Form erneut unter Beweis stellen und die Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die
Möglichkeit, sich mit einem fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im
Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als ausreichend. Wir
bleiben zuversichtlich und gespannt.
Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 - v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika Hocke / Robert
Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture Alliance
Olympia-Bronze für Paarläufer Hase/Volodin
Die DEU-Paarläufer Minerva Hase / Nikita Volodin haben in der Kür-Entscheidung der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand die Bronzemedaille
gewonnen. Annika Hocke / Robert Kunkel komplettierten das starke Abschneiden der deutschen Paare mit einer Top Ten-Platzierung.
(DEU, 17.02.2026) Nach einem Weltklasse-Kurzprogramm waren Minerva Hase / Nikita Volodin vor der Olympia-Kür in Führung gelegen. In ihrem wunderbaren
Kürprogramm lief von Beginn an nicht alles wie geplant. Eine unsaubere Landung von Minerva Hase bei der anspruchsvollen Dreifach-Toeloop-Doppelaxel-
Doppelaxel-Sprungsequenz und ein nur einfach gesprungener Salchow machten gleich zu Beginn eine ganz vordere Platzierung unmöglich. Danach zeigten die
Vizeweltmeister starke Nerven und brachten alle weiteren Elemente aufs Eis. Mit 219,09 Punkten durften sich die Vizeeuropameister bei ihrer gemeinsamen
Olympiapremiere über Bronze freuen. Gold ging an die Japaner Riku Miura/Ryuichi Kihara (231,24 Punkte), Silber an die Georgier Anastasiia Metelkina/Luka
Berulava (221,75 Punkte).
"Wir sind sehr glücklich und erleichtert, dass es für die Bronzemedaille gereicht hat. Es ist egal, welche Farbe die Medaille hat. Wir sind sehr stolz, dass wir nach
drei Jahren Zusammenlaufen bei unseren ersten Olympischen Spielen eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen", sagte Minerva Hase. "Natürlich sind wir
mit unserer Leistung nicht 100 Prozent zufrieden, vorallem ich, weil ich die Fehler gemacht habe. Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf uns, wie wir nach dem
Salchow zurück ins Programm gefunden haben. Wir haben das Programm nicht verloren und bis zum Ende um jeden Punkt gekämpft. Das hat uns dabei
geholfen, dass wir noch aufs Treppchen gekommen sind." Nach dem Paarlauf-Olympiasieg von Aljona Savchenko/Bruno Massot 2018 holten Hase/Volodin
somit wieder eine wertvolle Olympia-Medaille für den deutschen Eiskunstlauf.
Hocke/Kunkel mit fantastischer Kür in den Top Ten
Das zweite Paar aus Berlin, Annika Hocke / Robert Kunkel, hat zuvor eine fantastische Kür abgeliefert und ist wie schon im Kurzprogramm fast fehlerfrei
durchgekommen. Sehr stark war ihr Parade-Element, der Dreifach-Wurfrittberger, der den letzten Teil ihrer Kür zum stimmungsvollen Hit "I’d Do Anything for
Love" einleitete. Zum Abschluss begeisterten die EM-Vierten das Publikum einmal mehr mit ihren Show-Elementen, bei denen Kunkel seine Partnerin durch die
Luft schleudert. Mit der Saisonbestleistung von 194,11 Punkten konnten sich die Berliner noch um einen Platz verbessern und auf den zehnten Rang nach vorne
schieben. Mit ihrem Programm zeigten sich Hocke/Kunkel bei ihren ersten gemeinsamen Olympischen Spielen sehr zufrieden, mit der Punktzahl wie bereits im
Kurzprogramm nicht.
Nach der Handverletzung von Robert Kunkel und einer Erkältung von Annika Hocke kurz vor den Winterspielen freute sich das Paar um so mehr über den
großen Auftritt. "Ich bin einfach froh, dass wir hier sein können", sagte Annika Hocke. "Irgendwo im Herzen wussten wir, dass wir es draufhaben. So schlimm die
Verletzung auch war, umso mehr hat sie uns zusammengeschweißt und uns noch mehr Stärke gegeben." Ihr persönliches Ziel haben sich die Deutschen
Vizemeister erfüllt: "Wir wollen das unterhaltsamste Programm zeigen – bei dem die Leute mitgehen und das auf Social Media abgehen kann", sagte Robert
Kunkel. Darauf sind ihre Show-Elemente im Choreo-Schritt ausgelegt.
"Die Deutsche Eislauf-Union hat im Paarlauf-Wettbewerb die Ziele des Erringens einer Medaille und einer Top Ten-Platzierung bei den Olympischen
Winterspielen erreicht. Damit gehen wir mit positiven Aussichten in die abschließenden Weltmeisterschaften im tschechischen Prag", sagt DEU-Sportdirektor
Jens ter Laak. Den bisher fünf gewonnenen internationalen Medaillen in dieser Saison (Grand Prix-Serie, EM & Olympia) könnten Minerva Hase / Nikita Volodin
bei der WM 2026 in Prag (Tschechien; 24. bis 29. März) eine sechste hinzufügen.
Paarläufer Hase/Volodin nach grandiosem Kurzprogramm in Führung
(DEU, 16.02.2026) Die Vizeweltmeister im Paarlaufen Minerva Hase / Nikita Volodin haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand am
Sonntag ein grandioses Kurzprogramm abgeliefert und liegen vor der Kür-Entscheidung am Montagabend in Führung. Annika Hocke / Robert Kunkel
sind als Elfte ins Olympia-Kür-Finale eingezogen.
Besser hätte der Auftakt für Minerva Hase / Nikita Volodin in Mailand nicht laufen können. Mit einem fehlerfreien Weltklasse-Tango-Kurzprogramm setzten sich
die beiden 26-Jährigen mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 80,01 Punkten an die Spitze des Feldes vor den georgischen Europameistern Anastasiia
Metelkina / Luka Berulava (75,46 Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira/Trennt Michaud (74,60 Punkte).
Der Dreifach-Twist Level vier, der Einzelsprung Dreifach-Salchow einwandfrei und der Dreifach-Wurf-Rittberger top gelandet, dazu die leidenschaftliche Tango-
Choreographie. Mit ihrem Programm rissen die deutschen Vize-Europameister, die Zuschauer zum krönenden Abschluss des Wettbewerbes mit und gehen mit
einer sehr guten Ausgangsposition in die Kür-Entscheidung am Montagabend.
"Nach dem Programm waren wir sehr glücklich, dass alles so gut funktioniert hat. Das Publikum war fantastisch, das hat uns sehr unterstützt, aber es war erst
der erste Teil", sagte Minerva Hase, die für die Olympischen Spiele ein neues rotes Kostüm trug. "Wir haben uns heute darauf konzentriert, unseren Job zu
machen, und das Programm als weiteren Durchlauf wie im Training zu sehen und so wollen wir es auch morgen angehen. Wir fokussieren uns nicht auf Punkte
oder Plätze."
Hocke/Kunkel erreichen Olympia-Kür-Finale
Das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, qualifizierte sich mit einem starken Auftritt, 67,52 Punkten und Rang 11 für das Kür-Finale. Die
Schlüsselsprünge Dreifach-Salchow und Dreifach-Wurfflip konnten die EM-Vierten stehen. "Es war schon unser Wunsch, die 70 Punkte mal zu knacken. Es hat
nicht ganz geklappt, aber mit der Leistung sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden", sagte Annika Hocke. "Wir hatten eine super Zeit zusammen auf dem Eis und
das war das Wichtigste. Wir haben alles gezeigt, was wir zeigen konnten und es sicher in die Kür geschafft. Morgen haben wir nochmal eine Chance und
vielleicht sind uns die Preisrichter dann etwas wohl gesonnener." Und ihr Partner Robert Kunkel ergänzte: "Dass wir nach der Hand-Verletzung im Sommer jetzt
hier stehen und ein fehlerfreies Kurzprogramm abliefern, ist viel mehr wert, als ob es 67, 69 oder 71 Punkte wären."
Das Publikum in der Milano Ice Skating Arena und auch ARD-Kommentator und Eiskunstlauf-Experte Daniel Weiss waren von dem Programm der Berliner
begeistert. Ein besonders lautes Raunen ging durch die Eishalle, als Robert Kunkel seine Partnerin beim abschließenden Choreo-Schritt durch die Luft
schleuderte. "Das bedeutet uns eigentlich alles", meint Kunkel zur Reaktion des Publikums. "Wir laufen für die Zuschauer und haben extra Show-Elemente
einstudiert, um uns von anderen abzuheben." In ihrer Kür gibt es noch weitere spektakuläre Einlagen zu sehen.
Home / Seitenanfang
Nachrichten vom deutschen
Eiskunstlauf-Fachverband
(Quelle: DEU, Stand: 23.03.2026)
Olympia-Paare voller Vorfreude auf Eiskunstlauf-
WM in Prag
(DEU, 23.03.2026) Die Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina
waren das Saison-Highlight. Mit den Eiskunstlauf-
Weltmeisterschaften in Prag (Tschechien; 25. bis 29. März 2026)
wartet diese Woche ein weiterer Höhepunkt und der letzte Wettbewerb
der Saison auf das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Die
frisch gekürten Olympia-Medaillengewinner Minerva Hase / Nikita
Volodin haben auch bei der WM wieder gute Chancen auf einen
Podiumsplatz.
Bei den Weltmeisterschaften in Prag gibt es ein Wiedersehen mit den
weltbesten Eiskunstläufer*innen, die bei den Olympischen Winterspielen in
der Eishalle und am TV ein Millionenpublikum begeistert haben. Das
deutsche WM-Team besteht aus den drei Olympia-Paaren und
Vierfachspringer Genrikh Gartung, der als jüngster Teilnehmer im Feld sein
WM-Debüt geben wird. Im Paarlaufen wollen die Vize-Weltmeister aus
Berlin, Minerva Hase / Nikita Volodin, nach dem bislang größten Erfolg ihrer
Karriere mit Olympia-Bronze einen guten Saisonabschluss geben. Ihrer
Medaillensammlung, darunter zwei WM-Medaillen, könnten die beiden 26-
Jährigen eine weitere hinzufügen.
„Wir durften von den Olympischen Spielen mit einer Medaille nach Hause
fahren, sind ein perfektes Kurzprogramm gelaufen und haben in der Kür bis
zur letzten Sekunde gekämpft. Ich bin mehr als glücklich über den
Ausgang“, blickt Minerva Hase zufrieden auf die Spiele zurück. „Bei der
WM wollen wir die Saison gerne auf einem guten Level beenden. Unser
Ziel ist es wie immer, zwei fehlerfreie Programme zu zeigen. Es war eine
sehr anstrengende und fordernde Saison, daher liegt der Fokus darauf,
konzentriert zu bleiben, aber auch die Freude auszustrahlen, nochmal
beide Programme vor einem großen Publikum, Familie und Freunden
laufen zu können.“
Glitzernder Abschluss der Olympiasaison
Auch Annika Hocke / Robert Kunkel haben an ihre ersten gemeinsamen
Spiele, die sie mit Platz zehn beendeten, beste Erinnerungen. „Wir hatten
eine sehr tolle Zeit in Mailand und sind sehr glücklich von den Olympischen
Spielen heimgereist. Das gute Gefühl haben wir mitgenommen“, berichtet
Annika Hocke. Die WM-Vorbereitungszeit war nach Show-Auftritten, die für
die Eiskunstlauf-Szene nach Olympia auf dem Programm stehen, kurz,
aber intensiv. „Die WM soll für uns ein toller Abschluss der Saison werden.
Wir freuen uns, noch einmal die Programme zu zeigen und vor voller Halle
laufen zu dürfen.“ Eine Top-Ten-Platzierung ist für die Berliner auch bei der
WM möglich. Einige der besten Paare verzichten auf die nacholympische
WM, darunter die Olympiasieger aus Japan.
Im Eistanzen möchten Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan
das verpasste Olympia-Kürtanz-Finale wieder gutmachen und diesmal ihre
Kür präsentieren. „Wir haben die Olympischen Spiele gut verarbeitet, auch
wenn es für uns hart war, aber es haben viele Sportler gesagt, dass es für
sie sehr emotional war“, sagt Jennifer Janse van Rensburg. Die WM hat für
die fünfmaligen Deutschen Meister aus Oberstdorf auch nach dem
Highlight Olympia einen hohen Stellenwert. „Die Vorbereitung für die WM
lief richtig gut. Wir haben die Zeit genutzt, nochmal intensiv darauf hin zu
trainieren“, berichtet Benjamin Steffan. „Wir sind gut vorbereitet und freuen
uns auf die Weltmeisterschaft. Es liegt uns am Herzen, einen krönenden
Abschluss einer besonderen Saison hinzulegen und das Beste von beiden
Programmen zu zeigen.“
WM-Debüt für Genrikh Gartung als jüngster Teilnehmer
Neben den sechs erfahrenen Olympia-Teilnehmer*innen bereichert wie
schon bei den Europameisterschaften in Sheffield (Großbritannien) der
Deutsche Meister Genrikh Gartung das DEU-Team. Der 18-Jährige hält die
deutschen Farben im Einzellaufen hoch und geht in der Männer-
Konkurrenz als jüngster Teilnehmer an den Start. Das Erreichen des Finals
der besten 24 Läufer ist bereits eine Herausforderung und wäre ein großer
Erfolg. „Ich freue mich und bin sehr stolz, dass ich Deutschland bei den
Weltmeisterschaften vertreten darf“, sagt der EM-Finalist vom EC
Oberstdorf. Und sein Trainer Niko Ulanovsky: „Es geht in erster Linie
darum, dass Genrikh mit einem positiven Gefühl von seiner ersten WM
nach Hause reisen kann. Er wird hoffentlich noch viele große
Meisterschaften bestreiten und aus dieser Erfahrung viel lernen.“
Erster offizieller Trainingstag der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften ist am
Dienstag (24. März). Der erste Wettbewerb mit deutscher Beteiligung ist
am Mittwochabend (25. März | 18:45 bis 22:15 Uhr) das Kurzprogramm im
Paarlaufen, die Entscheidung um die Paarlauf-Medaillen fällt am
Donnerstagabend (26. März | 18:15 bis 22:00 Uhr) in der Kür. Am
Donnerstagnachmittag (26. März | 11:30 bis 16:30 Uhr) geht es im
Kurzprogramm der Männer um den Einzug ins Kür-Finale und am
Freitagnachmittag (27. März | 11:30 bis 16:30 Uhr) im Rhythm Dance der
Eistänzer um das Ticket fürs Kürtanz-Finale. Die Kür-Finals der Männer
und Eistänzer sind am Samstag (28. März). Glamouröser Abschluss der
WM ist das Schaulaufen der Sieger*innen am Sonntag (29. März) und die
Verleihung der ISU Skating Awards im Rahmen des Closing Banketts.
Die Eiskunstlauf-WM im TV & Livestream:
Die WM-Wettbewerbe werden vom ZDF v.a. in Livestreams (& ZDF-
Mediathek), bei Eurosport (E1 oder Stream) und Discovery+ übertragen. Zu
den Live-Sendezeiten.
Mehr zur Eiskunstlauf-WM 2026 Prag:
Weitere Informationen zu den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften (Zeitplan,
Teilnehmerlisten, TV & Livestream-Übertragung, Ergebnisse etc.) gibt's auf
der DEU-Event-Seite und in unsere Presse-Whats-App-Gruppe "DEU-
Medienservice"
DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben
Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!"
(DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele
2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende.
Größter Erfolg für die Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der
Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine
Top Ten-Platzierung erreichte das zweite Paar Annika Hocke/Robert
Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van
Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im
Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden
Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus.
Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in
Mailand aus?
Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach
acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten
Disziplinen von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die
Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge
Team „Miniki“ (Minerva und Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen
Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und
Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut präsentiert. Wir sind sehr stolz
auf diese Leistungen.
Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das?
Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem
Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins
Kürfinale fest gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht.
Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler
reicht oftmals schon, um in diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden.
Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der
deutschen Olympiamannschaft präsentiert?
Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von
Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie
man sich richtig verkauft. Das lernen sie von klein auf. Wir haben die
Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im
Kontakt mit Politikern oder Journalisten ist unser Team präsent.
Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita
Volodin für den deutschen Eiskunstlauf?
Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin
mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld
vorne behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der
Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo
muss harmonieren, d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die
Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar
gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen aktuell nicht vertreten sind,
fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der
disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies
Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer.
Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von
Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold-
Enttäuschung gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll
gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als
Sportdirektor mit der Leistung?
Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“,
das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen
oder hören, offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres
Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit
dem dreifachen Salchow von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das
ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere
schaffen es ein ganzes Sportlerleben nicht. Der Respekt vor der
sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der
wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu anderen
Nationen.
Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen
Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den
sozialen Medien omnipräsent. Welchen Platz in den Medien,
insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient?
Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren
beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den
Winterspielen das Premiumevent, was man an den märchenhaften
Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen
ebenfalls dafür. Es wäre angemessen, wenn sich die Sender im
Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren
Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der Zusammenarbeit mit den
Medien gerne ihre Expertise an.
Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit
den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am
Horizont beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier
Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb
vertreten zu sein?
Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den
Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben.
Einige hoffnungsvolle Talente warten im Nachwuchs- und Juniorenalter,
die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir
Projekte zur Entwicklung der Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und
Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres
Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit.
Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und
Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das
Trainerpersonal ist im oder vor dem Ruhestandsalter und frischer Wind
fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir
werden versuchen, die Talente in starke Trainingsgruppen zu entsenden,
auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue
Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn auch die
Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer
anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen
Disziplinen wieder dabei zu sein.
Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen?
Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit
Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und
Distanzbeschulung anbieten. Auch die europäischen Länder um uns
herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den
Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns auf veränderte Bedingungen
einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der
Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen sind die Kinder
deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man
die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert man
früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und
müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die
können wir schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir
werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen
werden wir nur im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig werden können.
Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität.
Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von
Minerva Hase/Nikita Volodin?
Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen
Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als
Verband positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt.
Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen
Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei
den Weltmeisterschaften Ende März in Prag an?
Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei
der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch
an den Start, aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz
der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika
und Robert können ihre gute Form erneut unter Beweis stellen und die
Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im
Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die Möglichkeit, sich mit einem
fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh
Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im
Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen
Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als
ausreichend. Wir bleiben zuversichtlich und gespannt.
Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 -
v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika
Hocke / Robert Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van
Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture
Alliance
Olympia-Bronze für Paarläufer Hase/Volodin
Die DEU-Paarläufer Minerva Hase / Nikita Volodin haben in der Kür-
Entscheidung der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand die
Bronzemedaille gewonnen. Annika Hocke / Robert Kunkel
komplettierten das starke Abschneiden der deutschen Paare mit
einer Top Ten-Platzierung.
(DEU, 17.02.2026) Nach einem Weltklasse-Kurzprogramm waren
Minerva Hase / Nikita Volodin vor der Olympia-Kür in Führung gelegen. In
ihrem wunderbaren Kürprogramm lief von Beginn an nicht alles wie
geplant. Eine unsaubere Landung von Minerva Hase bei der
anspruchsvollen Dreifach-Toeloop-Doppelaxel-Doppelaxel-
Sprungsequenz und ein nur einfach gesprungener Salchow machten
gleich zu Beginn eine ganz vordere Platzierung unmöglich. Danach
zeigten die Vizeweltmeister starke Nerven und brachten alle weiteren
Elemente aufs Eis. Mit 219,09 Punkten durften sich die
Vizeeuropameister bei ihrer gemeinsamen Olympiapremiere über Bronze
freuen. Gold ging an die Japaner Riku Miura/Ryuichi Kihara (231,24
Punkte), Silber an die Georgier Anastasiia Metelkina/Luka Berulava
(221,75 Punkte).
"Wir sind sehr glücklich und erleichtert, dass es für die Bronzemedaille
gereicht hat. Es ist egal, welche Farbe die Medaille hat. Wir sind sehr
stolz, dass wir nach drei Jahren Zusammenlaufen bei unseren ersten
Olympischen Spielen eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen",
sagte Minerva Hase. "Natürlich sind wir mit unserer Leistung nicht 100
Prozent zufrieden, vorallem ich, weil ich die Fehler gemacht habe. Aber
ich bin trotzdem sehr stolz auf uns, wie wir nach dem Salchow zurück ins
Programm gefunden haben. Wir haben das Programm nicht verloren und
bis zum Ende um jeden Punkt gekämpft. Das hat uns dabei geholfen,
dass wir noch aufs Treppchen gekommen sind." Nach dem Paarlauf-
Olympiasieg von Aljona Savchenko/Bruno Massot 2018 holten
Hase/Volodin somit wieder eine wertvolle Olympia-Medaille für den
deutschen Eiskunstlauf.
Hocke/Kunkel mit fantastischer Kür in den Top Ten
Das zweite Paar aus Berlin, Annika Hocke / Robert Kunkel, hat zuvor eine
fantastische Kür abgeliefert und ist wie schon im Kurzprogramm fast
fehlerfrei durchgekommen. Sehr stark war ihr Parade-Element, der
Dreifach-Wurfrittberger, der den letzten Teil ihrer Kür zum
stimmungsvollen Hit "I’d Do Anything for Love" einleitete. Zum Abschluss
begeisterten die EM-Vierten das Publikum einmal mehr mit ihren Show-
Elementen, bei denen Kunkel seine Partnerin durch die Luft schleudert.
Mit der Saisonbestleistung von 194,11 Punkten konnten sich die Berliner
noch um einen Platz verbessern und auf den zehnten Rang nach vorne
schieben. Mit ihrem Programm zeigten sich Hocke/Kunkel bei ihren ersten
gemeinsamen Olympischen Spielen sehr zufrieden, mit der Punktzahl wie
bereits im Kurzprogramm nicht.
Nach der Handverletzung von Robert Kunkel und einer Erkältung von
Annika Hocke kurz vor den Winterspielen freute sich das Paar um so
mehr über den großen Auftritt. "Ich bin einfach froh, dass wir hier sein
können", sagte Annika Hocke. "Irgendwo im Herzen wussten wir, dass wir
es draufhaben. So schlimm die Verletzung auch war, umso mehr hat sie
uns zusammengeschweißt und uns noch mehr Stärke gegeben." Ihr
persönliches Ziel haben sich die Deutschen Vizemeister erfüllt: "Wir
wollen das unterhaltsamste Programm zeigen – bei dem die Leute
mitgehen und das auf Social Media abgehen kann", sagte Robert Kunkel.
Darauf sind ihre Show-Elemente im Choreo-Schritt ausgelegt.
"Die Deutsche Eislauf-Union hat im Paarlauf-Wettbewerb die Ziele des
Erringens einer Medaille und einer Top Ten-Platzierung bei den
Olympischen Winterspielen erreicht. Damit gehen wir mit positiven
Aussichten in die abschließenden Weltmeisterschaften im tschechischen
Prag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Den bisher fünf
gewonnenen internationalen Medaillen in dieser Saison (Grand Prix-
Serie, EM & Olympia) könnten Minerva Hase / Nikita Volodin bei der WM
2026 in Prag (Tschechien; 24. bis 29. März) eine sechste hinzufügen.
Paarläufer Hase/Volodin nach grandiosem
Kurzprogramm in Führung
(DEU, 16.02.2026) Die Vizeweltmeister im Paarlaufen Minerva Hase /
Nikita Volodin haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 in
Mailand am Sonntag ein grandioses Kurzprogramm abgeliefert und
liegen vor der Kür-Entscheidung am Montagabend in Führung.
Annika Hocke / Robert Kunkel sind als Elfte ins Olympia-Kür-Finale
eingezogen.
Besser hätte der Auftakt für Minerva Hase / Nikita Volodin in Mailand nicht
laufen können. Mit einem fehlerfreien Weltklasse-Tango-Kurzprogramm
setzten sich die beiden 26-Jährigen mit einer neuen persönlichen
Bestleistung von 80,01 Punkten an die Spitze des Feldes vor den
georgischen Europameistern Anastasiia Metelkina / Luka Berulava (75,46
Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira/Trennt Michaud (74,60 Punkte).
Der Dreifach-Twist Level vier, der Einzelsprung Dreifach-Salchow
einwandfrei und der Dreifach-Wurf-Rittberger top gelandet, dazu die
leidenschaftliche Tango-Choreographie. Mit ihrem Programm rissen die
deutschen Vize-Europameister, die Zuschauer zum krönenden Abschluss
des Wettbewerbes mit und gehen mit einer sehr guten Ausgangsposition
in die Kür-Entscheidung am Montagabend.
"Nach dem Programm waren wir sehr glücklich, dass alles so gut
funktioniert hat. Das Publikum war fantastisch, das hat uns sehr
unterstützt, aber es war erst der erste Teil", sagte Minerva Hase, die für
die Olympischen Spiele ein neues rotes Kostüm trug. "Wir haben uns
heute darauf konzentriert, unseren Job zu machen, und das Programm
als weiteren Durchlauf wie im Training zu sehen und so wollen wir es
auch morgen angehen. Wir fokussieren uns nicht auf Punkte oder Plätze."
Hocke/Kunkel erreichen Olympia-Kür-Finale
Das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, qualifizierte
sich mit einem starken Auftritt, 67,52 Punkten und Rang 11 für das Kür-
Finale. Die Schlüsselsprünge Dreifach-Salchow und Dreifach-Wurfflip
konnten die EM-Vierten stehen. "Es war schon unser Wunsch, die 70
Punkte mal zu knacken. Es hat nicht ganz geklappt, aber mit der Leistung
sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden", sagte Annika Hocke. "Wir hatten
eine super Zeit zusammen auf dem Eis und das war das Wichtigste. Wir
haben alles gezeigt, was wir zeigen konnten und es sicher in die Kür
geschafft. Morgen haben wir nochmal eine Chance und vielleicht sind uns
die Preisrichter dann etwas wohl gesonnener." Und ihr Partner Robert
Kunkel ergänzte: "Dass wir nach der Hand-Verletzung im Sommer jetzt
hier stehen und ein fehlerfreies Kurzprogramm abliefern, ist viel mehr
wert, als ob es 67, 69 oder 71 Punkte wären."
Das Publikum in der Milano Ice Skating Arena und auch ARD-
Kommentator und Eiskunstlauf-Experte Daniel Weiss waren von dem
Programm der Berliner begeistert. Ein besonders lautes Raunen ging
durch die Eishalle, als Robert Kunkel seine Partnerin beim
abschließenden Choreo-Schritt durch die Luft schleuderte. "Das bedeutet
uns eigentlich alles", meint Kunkel zur Reaktion des Publikums. "Wir
laufen für die Zuschauer und haben extra Show-Elemente einstudiert, um
uns von anderen abzuheben." In ihrer Kür gibt es noch weitere
spektakuläre Einlagen zu sehen.
Home / Seitenanfang